Das vergangene Jahr war ein arbeitsintensives, aber erfolgreiches Jahr für die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie. Wir konnten mehrere grosse Projekte abschliessen, ebenso viele sind derzeit im Gange. Als Präsident vertrete ich im Vorstand eine sprachliche Minderheitenregion und freue mich ganz besonders, dass der nationale Pädiatriekongress nach elf Jahren wieder im Tessin stattfindet.

Der Nucleus (Kernvorstand der SGP), bestehend aus Philipp Jenny (Vizepräsident), Dominique Gut, Christoph Aebi und mir selber, hat sich in mehreren Sitzungen getroffen, ebenso der Gesamtvorstand und der Delegiertenpool. Damit wir uns gemeinsam für eine qualitativ hoch stehende Pädiatrie in der Schweiz einsetzen und zur Qualitätssicherung beitragen können, haben wir den Informationsaustausch mit den beiden anderen pädiatrischen Gesellschaften, «Schweizerische Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie SGKJPP» und «Schweizerische Gesellschaft für Kinderchirurgie SGKC» gepflegt, ebenso haben wir die Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Haus- und Kinderärzte Schweiz mfe und Kinderärzte Schweiz KIS erfolgreich fortgesetzt.

Abgeschlossene Projekte:
Die von Nicole Pellaud koordinierte Arbeitsgruppe hat die Überarbeitung des neuen Gesundheitshefts abgeschlossen. Die neue Version, die weiterhin in Papierform erscheinen wird, ersetzt ab 2020 die bisherige Version.

Nach mehrjähriger Arbeit ist anfangs Jahr die französische Version des Atlas der Entwicklungsdiagnostik erschienen. Unser Ziel war es, die Arbeit von Thomas Baumann, Autor der deutschen Ausgabe, zu fördern und den Atlas auch den französischsprachigen Kollegen zugänglich zu machen.

Weiter wurde dank der guten Zusammenarbeit zwischen SGP und Kinderärzte Schweiz die Erstellung der Broschüre «Berufsbild Kinder- und Jugendarzt in Praxis und Spital» erfolgreich abgeschlossen.

Die Aufgaben des Dachverbands fPmh (foederatio Paedo medicorum helveticorum) haben sich in den vergangenen Jahren auf die Organisation der gemeinsamen Kongresse reduziert. In Absprache mit den beiden anderen pädiatrischen Gesellschaften (SGKJPP und SGKC) haben wir die Auflösung beschlossen und werden zukünftig ohne den Dachverband in den uns gemeinsamen Themen zusammenarbeiten. Die Gründung der parlamentarischen Gruppe Kinder- und Jugendmedizin ist ein erstes gemeinsames Projekt unserer drei Gesellschaften, das wir fördern werden.

Um den modernen Kommunikationsformen gerecht zu werden, haben wir für unsere Zeitschrift Paediatrica ein neues Konzept erarbeitet, basierend auf einem neuen Onlineformat. Darüber hinaus wurde beschlossen, die Fortbildungsartikel vom Rest des Inhalts der Zeitschrift zu trennen. Dank dem grossen Aufwand der Arbeitsgruppe und des wertvollen Beitrags des Sekretariats steht das neue Onlineformat der Zeitschrift seit März zur Verfügung.

Laufende Projekte:
Die Veränderungen, die durch die neuen Technologien im Bereich der Kommunikation hervorgerufen werden, stehen auch bei uns im Fokus. Eine gute Kommunikation erfordert zunehmend ein hohes Mass an Professionalität. Der Vorstand der SGP wird sich im Herbst zu einer zweitägigen Klausursitzung treffen, um über die (Kommunikations-)Strategie zu diskutieren. Dabei ist uns die Meinung unserer Mitglieder wichtig. Zur Vorbereitung der Klausur haben wir deshalb zusammen mit der Einladung zur Generalversammlung einen Fragebogen verschickt. Wir möchten so die Prioritäten und Bedürfnisse der SGP-Mitglieder in Erfahrung bringen.

Ein weiteres laufendes Projekt ist die Förderung der Praxisassistenz mit dem Ziel, jedem Assistenten eine Weiterbildung in der Praxis zu ermöglichen.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Qualität. In diesem Zusammenhang haben wir in der Person von Dominique Gut erstmals einen Qualitätsdelegierten ernannt und darüber hinaus eine Arbeitsgruppe  zum Thema choosing wisely gegründet.

Die parlamentarische Gruppe Kinder- und Jugendmedizin, in der – wie oben erwähnt – die drei pädiatrischen Gesellschaften vertreten sind, ist im vergangenen Herbst auf Initiative von Allkids und SwissMediKids gegründet worden. Ziel war die Bildung einer Expertengruppe auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendmedizin, auf die sich die Politiker bei ihren Entscheiden stützen können. Ebenso ist die parlamentarische Gruppe ein Kanal, um die Interessen der Kinder in die Aufmerksamkeit der Bundespolitik zu rücken.

Eine Gruppe unter der Leitung von Susanne Stronski und Julia Dratva arbeitet intensiv an den Abklärungen für ein digitales Gesundheitsheft. Die Realisierung des Projekts würde es ermöglichen, die positiven Aspekte der neuen Technologien zu nutzen und die Patienteninformationen in digitaler Form zu erfassen.

Die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie steht vor zahlreichen Herausforderungen. Wir erleben eine Zeit mit tiefgreifenden Veränderungen, wie sie beispielsweise mit dem Klimawandel verbunden sind. Veränderungen, die sich auch auf die SGP auswirken und von uns eine Antwort verlangen. Mit der zunehmenden Digitalisierung und der erforderlichen Anpassung der Kommunikationsstrategie sei nur eine genannt. Neue Technologien, die immer mehr in unser tägliches Leben und das unserer jungen Patienten einfliessen, verlangen eine ständige Aktualisierung unseres Wissens. Nicht zuletzt wird die Finanzierung der Kinder- und Jugendmedizin (in Spital und Praxis) in den Debatten um die öffentliche Gesundheit immer wichtiger. Als Fachgesellschaft, die gleichermassen die Anliegen der Kinderärzte aus Spital und Praxis vertritt, können wir unser Ziel nur durch ein geeintes Auftreten erreichen. Bei all unseren Entscheidungen müssen wir immer die hochwertige Betreuung der Kinder und Jugendlichen und ihre ideale Entwicklung vor Augen haben.