Die Interessengruppe pädiatrische Kliniken vereinigt die Vertreter aller pädiatrischen Kliniken der Schweiz, also alle anerkannten Weiterbildungsstätten Kinder- und Jugendmedizin (Spital) inklusive die Universitätskliniken. Sie ist seit ihrer Gründung 2001 eine offizielle Interessensgruppe der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie, die sich eigenständig organisiert und mit dem Vorstand im Kontakt steht. Zweimal pro Jahr treffen sich die Delegierten der Spitäler in Bern, um über gemeinsame Themen lösungsorientiert zu diskutieren und den kollegialen Austausch zu pflegen. Ende 2018 hat der langjährige Co-Präsident Christoph Stüssi aus Münsterlingen aufgrund einer beruflichen Veränderung das Amt an Selina Pinösch aus Genf übergeben. Zusammen mit dem bisherigen Co-Präsidenten Johannes Wildhaber aus Freiburg leitet sie ab diesem Jahr die Gruppe.

Die IG hat den Präsidentenwechsel zum Anlass für eine Standortbestimmung und einen Ausblick genommen. Wie will sich die IG als offizielle Gruppe der SGP innerhalb der SGP und nach aussen vernetzen und wo sind mögliche Schnittstellen mit anderen Gruppen? Vision und Ziele der IG?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die IG als Plattform für den direkten Austausch geschätzt wird und diesem Austausch auch in Zukunft ein wichtiger Stellenwert zukommen soll. Die IG ist ein Begegnungsort der „Einzelkämpfer“ und liefert wertvolle Inputs für die eigene Klinik. Die Teilnehmenden setzen sich zum Ziel, die ständig wiederkehrenden Themen in Zukunft aktiver anzugehen und umfassender zu bearbeiten. Der Stellenwert als offizielle Gruppierung der SGP soll aufgewertet werden, die IG ein Ansprechpartner für den Vorstand sein. Die Gruppe ist ein Gefäss der Meinungsbildung; eine Meinung, die stärker gewichtet, als die Einzelmeinung eines Chefarztes und mit diesem Hintergrund in verschiedene Gremien eingebracht werden kann. Mit der Teilnahme des IG-Vertreters an den Sitzungen des Delegiertenpools der SGP und umgekehrt mit der Teilnahme der Generalsekretärin an den Sitzungen der IG, sind die Anbindung und der Informationsaustausch gegeben. Folgende Themen werden für die zukünftige Bearbeitung festgehalten: Austausch, Weiterbildung, Tarife, Kommunikation, Nachwuchs.

In der Januarsitzung hat Claudia Baeriswyl die Klinikvertreter über die im September 2018 gegründete parlamentarische Gruppe Kinder- und Jugendmedizin und deren Werdegang informiert. Die Gruppe vereint die drei Fachgesellschaften SGP, Schweizerische Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie SGKJPP und Schweizerische Gesellschaft für Kinderchirurgie SGKC und weitere Partner. Die am Parlamentariertreffen vom vergangenen Herbst verabschiedete Resolution wird zurzeit im Hinblick auf ein weiteres Parlamentariertreffen im Herbst in der Expertengruppe diskutiert und bearbeitet. Diskutiert wird auf der Metaebene, den Politikern sollen knappe, klare Statements abgegeben werden. Agnes Genewein aus Basel ist die Allkids-Delegierte in der parlamentarischen Gruppe mit dem Auftrag, die Interessen aller Kinderspitäler zu vertreten.

IV HSM, Begleitgruppe Pädiatrie: Traudel Saurenmann aus Winterthur und Christoph Aebi aus Bern sind im Herbst vom Vorstand in die neu gegründete Begleitgruppe Pädiatrie und Kinderchirurgie mandatiert worden. Beide vertreten die übergeordneten Interessen des Fachgebiets und keine Spitalinteressen. Traudel Saurenmann informiert über die Aufgaben der Gruppe, die bisherige Arbeit und holt die Meinung der IG ab. Das Beschlussorgan IV HSM besteht aus Gesundheitsdirektoren einzelner Kantone und entscheidet darüber, welche Bereiche gesetzlich geregelt werden und welche Zentren was anbieten dürfen. Das Fachorgan besteht aus zehn Vertretern der Medizin (wovon einer aus dem Bereich Kinder- und Jugendmedizin) und erarbeitet Vorschläge zuhanden des Beschlussorgans. Aktuelle Vertreterin ist Barbara Wildhaber, Kinderchirurgin aus Genf. Die Gründung der Begleitgruppe Pädiatrie und Kinderchirurgie geht auf den neuen Präsidenten des Fachorgans zurück. Wichtig zu wissen: Wenn die Regeln einmal stehen, ist IV HSM rechtlich bindend, übersteuert sämtliche Spitallisten und Leistungsvereinbarungen. Ein Bundesgerichtsentscheid hält fest, dass der Zuteilungsprozess in zwei Phasen ablaufen muss, die Definition der Kriterien und danach die Bewerbung der Zentren aufgrund der Kriterien. In der jetzigen Phase wird festgelegt, was überhaupt zu IV HSM gehört.

Claudia Baeriswyl macht die Teilnehmenden auf Artikel 3.2.2.1b des Fortbildungsprogramms der SGP aufmerksam, wonach für «Fortbildungsveranstaltungen, die von SIWF-anerkannten Weiterbildungsstätten für Kinder- und Jugendmedizin organisiert werden», ein Maximum von 18 Credits pro Jahr gilt. Gemeint sind damit die die wöchentlichen/monatlichen Kurzfortbildungen in den Spitälern. Sie appelliert an die Spitäler, den Teilnehmern entweder eine Teilnahmebestätigung abzugeben oder eine Präsenzliste zu führen und intern aufzubewahren. Dies ist wichtig für die Erteilung von Fortbildungsdiplomen und diesbezüglichen Rückfragen.

Wie bereits zur Tradition geworden, wird sich die IG am Vortag des Kongresses in Bellinzona mit dem Collège A und dem SGP-Präsidium zu einer gemeinsamen Sitzung treffen.